Steckbrief

Sigi Engl
  • Geburtstag: 01.01.1911
  • Todestag: 19.03.1982
  • Familie: Peggy
  • Kinder: Michael, Nina
  • Beruf / Kader: Skischul-Leiter

Weitere Informationen zu Sigi Engl

Österreichischer Meister 1933 Dreifacher Hahnenkammsieger 1935 Skipionier in Sun Valley (USA)

Dem Kitzbüheler Siegfried „Sigi“ Engl (verschiedentlich taucht auch die Schreibweise Engel auf) wurde in seiner US-amerikanischen Wahlheimat Sun Valley eine Ehre zuteil, die sogar Kitzbühels Jahrhundertsportler Toni Sailer in seiner Geburtsstadt (noch) nicht vergönnt ist: Von Freunden spendiert, erinnert im Zentrum ein Denkmal an seine Verdienste um den Aufstieg des unbekannten Ortes zur internationalen Skimetropole mit hohem Prominentenfaktor. Sein Beitrag: Zwei Jahrzehnte lang, von 1952 bis 1972, leitete er die Skischule.

Doch der Reihe nach: Siegfried Engl wurde 1911 in Kitzbühel geboren. Schon als Kind entdeckte er die Liebe zum Skisport, als Rennläufer gewann er 1933 die österreichische Meisterschaft in der alpinen Kombination, 1935 beim Hahnenkamm-Rennen Abfahrt und Torlauf und somit die Kombination sowie im selben Jahr das populäre Rennen auf der Marmo­lata. „Ich habe noch seinen Vater, der ein Steinmetz war, sehr gut gekannt, seine Mutter betrieb im Engl-Haus eine Wäscherei“, erinnert sich Kon­rad Staudinger, der in Sun Valley 50 Winter als Skilehrer arbeitete. 1937 wechselte Engl nach Kalifornien, um Skirennen zu bestreiten – und blieb hängen. Ein Grund dafür: Er lernte die vermögende Amerikanerin Clarita Head kennen und lieben. Die Beziehung ging jedoch nach einigen Jahren in die Brüche, Engl wurde Skischulleiter im Yosemite-Nationalpark. Zwei Jahre später holte ihn Hans Hauser, Hahnenkamm-Kombinationssieger 1931, nach Sun Valley. Als Rennläufer gewann er 1941 den Harriman-Cup. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs diente das Ski-Resort dem ame­rikanischen Militär als Erholungsstation, die aus Österreich stammenden Skilehrer mussten einrücken, Engl wurde in Norditalien als Dolmetsch eingesetzt. Nach dem Krieg kehrte er nach Sun Valley zurück und wurde nach Friedl Pfeiffer 1952 Leiter der Skischule, die er 20 Jahre führte. „Der Aufstieg Sun Valleys zu einem internationalen Skiort mit hoher Promi­nentendichte ist untrennbar mit Sigi Engl verbunden“, sagt Staudin­ger. „Nicht zuletzt deshalb, weil er aus Österreich 35 Skilehrer, darunter 15 aus Kitzbühel, nach Amerika holte. In seine Ära fällt auch 1967 die Verschwisterung Sun Valleys mit Kitzbühel.“

LEBENSWEG

Der 1911 geborene Sigi Engl heiratete 1950 die US-Amerikanerin Peggy Scott, als Hauptaktionärin von IBM eine schwer­reiche Frau, und war mit Michael (Mike) und Tochter Nina Vater zweier Kinder. Älteren Kitzbühe­lern ist noch das Engl-Haus (in dem sich heute McDonald’s befin­det) ein Begriff. In Kanada lebt mit Christl Zwicknagl noch eine Halbschwester. Sigi Engl starb am 19. März 1982, seine Urne wurde im Skigebiet von Sun Valley an einer nur wenigen Personen bekannten Stelle beigesetzt.Nicht nur ein Denkmal im Zentrum von Sun Valley erinnert an Sigi Engl (und Sepp Fröhlich aus Bad Ischl), 1971 wurde er in die Inter­mountain Ski Hall of Fame im Utah Olympic Park aufgenommen. Seine Heimat Österreich würdigte sein Wirken mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik.


Erfolge

WettkampfOrtJahrRang
Ski Alpin / Abfahrt
Hahnenkamm-Rennen
Kitzbühel (AUT)1935 1
Ski Alpin / Kombination
Hahnenkamm-Rennen
Kitzbühel (AUT)1935 1
Ski Alpin / Slalom
Hahnenkamm-Rennen
Kitzbühel (AUT)1935 1
Ski Alpin / Kombination
Kandahar-Rennen
Mürren (SUI)1935 5
Ski Alpin / Kombination
Österreichische Meisterschaften
/1933Gold
Ski Alpin / Abfahrt
Hahnenkamm-Rennen
Kitzbühel (AUT)1931 2

Ehrungen

EhrungJahr
KSC Sportehrenzeichen in Silber 1933
US-Ski Hall of Fame / Vail (USA)1971