11.500 Mitglieder und viele bewegende Momente
Mit einem neuen Mitgliederhöchststand, beeindruckenden sportlichen Erfolgen und zahlreichen Ehrungen blickte der Kitzbüheler Ski Club bei seiner 123. Generalversammlung auf ein erfolgreiches Vereinsjahr zurück. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur große Namen, sondern vor allem jene Menschen, die den KSC seit Jahrzehnten begleiten oder seine sportliche Zukunft prägen.
„Wir sind geflasht, wie viele Mitglieder heute gekommen sind“, freute sich KSC-Vizepräsident Alexander Katholnig beim Blick in den eindrucksvoll gefüllten Hermann-Reisch-Saal im Rasmushof. Bereits zum 21. Mal fand dort am Freitagabend die Generalversammlung des Kitzbüheler Ski Clubs statt. Grund zur Freude gab es reichlich. So konnte Präsident Michael Huber einen neuerlichen Mitgliederzuwachs vermelden: Mit Stichtag 1. April 2026 zählte der KSC exakt 11.500 Mitglieder, um 504 mehr als im Vorjahr. „Da sind wir schon brutal stark“, freute sich Huber und betonte die große Bedeutung der Mitglieder, die den Verein tragen. Nicht weniger als 200 von ihnen standen heuer für ihre langjährige Treue auf der Ehrungsliste.
„Sport ist unsere DNA – und das seit 124 Jahren“, unterstrich Huber in seinem Rückblick. Mit zwölf Athletinnen und Athleten in den ÖSV-Kadern sowie weiteren 21 in den TSV-Kadern sieht sich der KSC sportlich bestens aufgestellt. Für den größten Erfolg des vergangenen Winters sorgte Skispringer Stephan Embacher, der bei den Olympischen Winterspielen gemeinsam mit Jan Hörl Gold im Super-Team gewann. Nach Toni Sailer, Ernst Hinterseer, Christl Haas und David Kreiner ist Embacher damit der fünfte Olympiasieger aus den Reihen des KSC.
Auch die vereinseigenen Sportstätten erfreuen sich großer Beliebtheit. Auf der KSC-Sportloipe wurden im vergangenen Winter 38.903 Laufrunden gezählt, auf der Schattbergschanze 11.543 Sprünge absolviert. Als voller Erfolg erwies sich zudem die neue Trainingsstrecke Brunelle am Kitzbüheler Horn, auf der 43.500 Trainingsläufe registriert wurden. Besonders erfreulich war auch die erfolgreiche Austragung der Virtus Open Alpine Ski für Athletinnen und Athleten mit mentaler Beeinträchtigung.
Die Stars von heute und morgen auf der Bühne
Einen besonderen Stellenwert nahmen die Ehrungen erfolgreicher KSC-Sportlerinnen und -Sportler ein. Sportwart Seppi Eberl bat die Ausgezeichneten auf die Bühne, wo sie nicht nur ihre Ehrungen entgegennahmen, sondern auch Einblicke in ihre sportlichen Ziele und Erfahrungen gaben. Im alpinen Skisport wurde Valentina Rings-Wanner mit dem KSC-Ehrenabzeichen in Bronze ausgezeichnet. Die Nachwuchshoffnung kämpft derzeit um einen Startplatz beim Weltcup-Auftakt in Sölden und formulierte selbstbewusst ein großes Ziel: „Es wird Zeit, dass der KSC wieder einmal eine Weltcup-Siegerin hat.“ Ebenfalls Bronze erhielt Skispringer Niki Humml, der bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Lillehammer Gold mit dem Team und Silber im Mixed-Team gewonnen hatte.
Mit dem Ehrenabzeichen in Silber wurden Emma Albrecht (Skibergsteigen), Katharina Brudermann (Langlauf) und Lara Wagner (Biathlon) ausgezeichnet. Albrecht hatte unter anderem EM-Silber im Sprint gewonnen, Brudermann bei den Olympischen Winterspielen teilgenommen und Wagner ihren ersten Einzelsieg im IBU-Cup gefeiert. Auch Anna Gandler, die bei den Olympischen Spielen und im Biathlon-Weltcup im Einsatz war, wurde mit Silber geehrt. Da sie wegen der ÖSV-Einkleidung verhindert war, nahm ihr Vater Markus die Auszeichnung entgegen.
Einen besonders herzlichen Empfang erhielt Lisa Hauser. Die langjährige Biathlon-Aushängesportlerin des KSC wurde anlässlich ihres Karriereendes mit einem Sondergeschenk verabschiedet. Mit einem Weltmeistertitel, drei weiteren WM-Medaillen in Silber und zahlreichen Erfolgen auf nationaler wie internationaler Ebene hat sie ein bedeutendes Kapitel der KSC-Sportgeschichte geschrieben.
Besondere Ehrungen für besondere Persönlichkeiten
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Hahnenkamm-Nadel für besondere Verdienste an Anton Bodner. Der scheidende Vorstandvorsitzende der Bergbahn Kitzbühel wurde für seine langjährige, außergewöhnliche Unterstützung des KSC und der Hahnenkamm-Rennen ausgezeichnet. Zahlreiche gemeinsame Projekte, von Verbesserungen an den Rennstrecken bis hin zu den Herausforderungen während der Corona-Jahre, prägten die erfolgreiche Zusammenarbeit. Sein Nachfolger Gabriel Sieghartsleitner stellte sich anschließend den Mitgliedern vor – und sorgte für einen sympathischen Moment, als er noch auf der Bühne sein ausgefülltes KSC-Beitrittsformular an Michael Huber überreichte.
Für einen der emotionalsten Augenblicke sorgte schließlich Olympiasieger Ernst Hinterseer. Der 94-Jährige wurde für unglaubliche 80 Jahre Mitgliedschaft beim Kitzbüheler Ski Club geehrt. Vergnügt tänzelte die Skilegende auf die Bühne und wünschte den Anwesenden, dass auch sie bis ins hohe Alter dem Skisport treu bleiben können. Zu den weiteren Jubilaren zählten unter anderem die Kitzbüheler Skiclub-Legenden Peter Eder, Peter Obernauer und Heinz Rieser, die bereits seit 70 Jahren dem Verein angehören.
Erfolgreiche Hahnenkamm-Rennen und ein Blick nach vorne
Auch wirtschaftlich blickt der KSC auf ein erfolgreiches Vereinsjahr zurück. Die finanzielle Situation wurde als stabil und erfreulich bezeichnet, die Rechnungsprüfung verlief ohne Beanstandungen. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Positiv fiel ebenso die Bilanz der 86. Hahnenkamm-Rennen aus. Michael Huber dankte allen Beteiligten für ihren außergewöhnlichen Einsatz und betonte einmal mehr die Bedeutung der Eigenständigkeit des KSC als Veranstalter. Die Vorbereitungen für die 87. Auflage im Jänner 2027 laufen bereits auf Hochtouren.
Ein Thema war auch der Wechsel des bisherigen KSC-Generalsekretärs Jan Überall zum Österreichischen Skiverband. Michael Huber sprach von einem Abschied „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“: Für den KSC sei der Wechsel ein Verlust, für den ÖSV hingegen ein Gewinn.
Zum Abschluss wurde das Oberhaupt der riesengroßen Kitzbüheler Skifamilie selbst noch einmal persönlich. Es sei sein 18. Jahr als KSC-Präsident, das 26. Hahnenkamm-Rennen als OK-Vorsitzender und sein 37. Winter im Dienste des Skiclubs. „Mir wird ganz schiach, wenn ich an diese Zahlen denke und wie die Zeit vergeht“, scherzte er. Und als er von seiner bevorstehenden Auszeichnung als „Legende des Jahres“ durch die Internationale Skihistorische Vereinigung (im Frühjahr 2027) erzählte, fügte er unter großem Applaus hinzu: „Ich hoffe, dass ich noch so aktiv bin, dass ich nicht nur in der Vergangenheit lebe, sondern schon für unseren Club in die Zukunft schau.“




