Geschichte

Chronologie

Von 1892 bis heute

  • 1892/93
    Die ersten Skispuren auf Kitzbüheler Boden werden von Skipionier Franz Reisch gezogen.
  • 1894/95
    Die ersten - urkundlich erwähnten - Skirennen in Kitzbühel werden abgehalten.
  • 1902
    Gründung der  "WINTERSPORTVEREINIGUNG" (Ski Club) am 15. Dezember 1902 im Hotel "Zum Schwarzen Adler" (heute Hotel Tyrol).
  • 1905
    Umwandlung der Vereinigung in den "WINTERSPORTVEREIN" (WSV)
  • 1931
    Erstes Hahnenkamm-Rennen am 28./29. März. Am 20. Juli, bei der Jahreshauptversammlung des WSV, wurde der Zusammenschluss mit dem Kitzbüheler Sport Club und seiner Skiriege beschlossen. Seit diesem Zeitpunkt heißt der Wintersportverein (WSV) Kitzbüheler Ski Club (K.S.C.).
  • Heute
    53 Olympia- und WM-Medaillen haben die Sportler des Kitzbüheler Ski Club bisher gewonnen.
  • Der  Kitzbüheler Ski Club ist seit Anbeginn Organisator und Veranstalter der Hahnenkamm-Rennen.
  • 150 bis 160 Nachwuchsathleten trainieren in den Sparten Ski Alpin, Langlauf, Biathlon, Sprunglauf & Nordische Kombination sowie in den Trendsportarten (Snowboard, Freestyle, Ski Cross) und werden dabei von rund 18 Trainern betreut.

Erste Skispuren

"Der Reisch is narrisch wor´n"

"Sepp, i muaß dir oane oberhaun , damit du woaßt, wie schön´s war!", soll Franz Reisch zu seinem Freund Josef Herold nach einer seiner ersten gelungenen Skitouren gesagt haben. Reisch hatte das Aufsehen erregende Buch "Auf Schneeschuhen durch Grönland" des norwegischen Polarforschers Fridjof Nansen gelesen. Darin äußerte sich der Autor begeistert über den Skisport. Die Schrift fand weltweit Beachtung - auch in Kitzbühel. Dort dürfte sie der Auslöser für die beispiellose Entwicklung gewesen sein, die aus dem verschlafenen Bergstädtchen ein Mekka des Skisports machte. Denn auch der Wahl-Kitzbüheler Franz Reisch war fasziniert und besorgte sich bald darauf ein paar "Brettl". Seine ersten Versuche mit den norwegischen Schneeschuhen, wie Skier damals genannt wurden, unternahm er um die Jahreswende 1892/1893. Trotz der skeptischen Haltung vieler Kitzbüheler Zeitgenossen - überliefert ist der Ausruf "Schaut´s, iaz is der Reisch ganz narrisch wor´n" - startete er bald zu größeren Touren. Am 15. März 1893 bestieg er das Kitzbüheler Horn. Im ersten Heft der Zeitschrift "Der Schneeschuh" vom 1. November 1893 schilderte er seine Erlebnisse und lieferte damit den ersten alpinen Skitext. Erste Fotografien aus der Pionierzeit des Skisports in Kitzbühel lieferte Josef Herold.

Zusammen mit einer kleinen Schar Gleichgesinnter bestellten sich die Freunde weitere Skier aus Norwegen und veranstalteten schon 1895 ein erstes kleines Skirennen. An den Start gingen Josef Herold, Albert Primus, die Brüder Stanger, Hans Tscholl, der Notar Kathrein und Dr. Johann Taunsteiner. Sieger des Wettkampfs wurde Josef Herold. Seit 1895 dürften jeden Winter Skirennen in Kitzbühel stattgefunden haben. Sie wurden von der Skiriege des heimischen Turnvereins organisiert, der auch Reisch und Herold angehörten. Im Jahr 1900 berichtet Martin Ritzer sen. in der 2. Ausgabe des "Kitzbüheler Bezirks-Boten": "Wie wir hören, sollten die Skiläufer in Kitzbühel ein Wettrennen um die Meisterschaft veranstalten, und zwar sollte dasselbe am 6. Jänner d. J. stattfinden." Ein Jahr darauf, im Jänner 1901, gab es bereits eine Ausschreibung über einen "Schneeschuhwettlauf" mit Start beim Sinnwellkopf.  

Hand in Hand mit dem Wintersport ging die Entwicklung des Wintertourismus. 1888 wurde in Kitzbühel auf Schloss Lebenberg die erste auch im Winter geöffnete Hotel-Pension eingerichtet. Der Besitzer, Hugo Graf Lamberg, verpachtete einige Appartements an die ersten englischen Wintersportgäste. 1898 erschienen die ersten Skiläufer aus anderen Skiregionen im Ort, darunter der Schriftleiter der Deutsch-Österreichischen Alpenvereinszeitung, Heinrich Heß, und dessen Freunde Stierböck und Meindl aus Wien. Um 1900 stießen die Mitglieder des Akademischen Skiklubs München dazu. Sie hatten das Skilaufen im Schwarzwald gelernt und entdeckten nun Kitzbühel als neues Skiparadies. 1902 gaben sie das Buch "Skitouren um München" heraus und erwiesen sich darin bereits als ausgezeichnete Kenner der Kitzbüheler Skiregion.

 

Mit dem Schi aufs Horn - 1893

"Mit dem Schi auf das Kitzbichler Horn"

Von Franz Reisch in Kitzbichl (ein Bericht aus dem Magazin „Schneeschuh“)

Ich machte die ersten Versuche mit norwegischen Schneeschuhen im Januar 1893. Der neue ganz eigentümliche Reiz dieses Sports regte mich zu einem Eifer an, der fast Begeisterung war und ich lernte in kurzer Zeit bergauf und ab steile Abhänge überwinden. Beim Bergauffahren überwiegt die Kraftanwendung den Vorteil, während das Abfahren lediglich Courage und Übung ist. Ich benutze den Stock in letzter Zeit nur noch zu „Stabübungen“ unter der Fahrt und konnte ohne Unfall über steile Flächen 6-8 jährige Buben huckepack nehmen. Der schneereiche Winter im Gebirg kam mir besonders zu statten, denn der Wahlspruch der Skiläufer „je höher der Schnee desto freier die Bahn“ gilt besonders für unsere Gegend. Wenn die vielen Zäune, welche die einzelnen Bauerngüter, Alpen etc. abgrenzen, nicht zugeschneit sind, bilden sie tatsächliche Hindernisse. Das Laufen in der Ebene und auf den kleinen Hügeln bot mir bald zu wenig Abwechslung und so machte ich Versuche in der Bergregion. Das gesamte Gebiet der Kitzbichler Alpen ist ja wie geschaffen dazu, da die Gipfel durchschnittlich nur auf der Nordseite steil abfallen, während nach den andern Richtungen stark geneigte Alpenweiden sind.

Nach vielen Touren in der Höhe von 1200 – 1500 m und manchem wegen Tauwetter gescheiterten Versuch höher hinaufzukommen gelang es mir endlich am 15. März d.J. das als Aussichtspunkt weltbekannte Kitzbichler Horn (1994 m) zu ersteigen. – Da ich die Tour erst mittags 12 Uhr begann, war der gefrorene Schnee aufgeweicht und die Furche war glatt und wasserhell, wie eine Eisrinne. Ich hielt genau Wegrichtung und habe auch die steilsten Stellen ohne Serpentinen, ohne „Hexenstich“ und „Treppenschritt“ genommen. Da heißt´s natürlich die Körperschwere ganz nach vorn zu legen, die Nase berührt fast die Hörner der Schuhe; denn gleitet man an steiler Stelle nach rückwärts aus, so hält das „Stand gewinnen“ sehr schwer. Überhaupt ist das Aufstehen nach dem wohl meist gefahrlosen Fallen eine umständliche Prozedur, die auch seine Übung erfordert. Der Aufstieg nahm 2 ¾ Stunden incl. kleiner Rast in Anspruch. (Gehzeit im Sommer 3 Stunden). Die Anstrengung bei ziemlich gleicher Zeitdauer ist ja nun entschieden eine größere, als das Gehen auf aperen Wege, aber jeder geübtere Bergsteiger, jeder Freund einer sportlichen Kraftanstrengung wird solche Tour leicht zu Wege bringen und großen Genuß auch am Aufstieg finden.

Die Abfahrt nun war grandios zu nennen. Die bergauf eine Stunde lange Strecke Horngipfel-Trattalpe fuhr ich in rasendem Saus in 3 Minuten, so daß ich noch ein gutes Stück die Hügel oberhalb der Alpe hinauffuhr. Dieser herrliche, alle Kräfte anspornende Genuß ist nun der schwierige Punkt der Ski-Verwendung im Hochgebirge, denn die Abfahrt erfordert unbedingt eine sehr gute Terrainkenntnis. Die Schneefläche trügt; man sieht Abgründe, wo sanfte Halden sind und weicht mancher gutfahrbaren Fläche aus, um eine schlechte einzutauschen; die Schnelligkeit aber ist zu groß, um den Fehler gut zu machen. Schneemänner zur Abfahrt-Markierung müssen aus dunklem Stoffe sein, um die während der laufenden Fahrt zu erkennen, die gewöhnlichen waren mir stets nutzlos. Auch fehlt anfangs die Berechnung der Auf- und Abfahrt-Differenz. Mir hat oft an ganz bekannten Punkten die Orientierung bei der Talfahrt gefehlt. Auf dem Horn nun war ich dazumal zum 61. Mal; da war ich meiner Sache sicher. Trotzdem schien mir aber die lawinenerfüllte „Goinger Laning“-Seite, die gequert werden muss, eine unbekannte Gegend. So genussreich nun eine Abfahrt auf freiem Plan ist, so unerquicklich, wohl auch gefährlich ist dieselbe auf schmalen Waldwegen. Die vielen Krümmungen, die Nähe der Bäume bilden fortwährende Hindernisse, obwohl man z.B. in lichten Wäldern Ausweichen und Wenden bald los hat. Ist der Weg gar fest getreten, oder so schmal, dass man die Aufstiegsfurche benützen muss, so ist die Schnelligkeit sehr groß und in diesem Terrain einfach gefährlich. Nur durch fortwährendes Bremsen, oder sich hinwerfen weicht man unliebsamen Berührungen oder einem Fall aus. Ich brauchte zur ganzen Abfahrt 1 Stunde; 57 Minuten davon kamen auf die Waldtour, die bei freier Bahn kaum 10 Minuten davon in Anspruch nehmen würde. Es ging jedoch alles gut von statten und ich habe den Beweis, dass sich viele unserer Gipfel mittelst Skiern mit grösserem Genuss, als bei den sonst üblichen Winter-Fuss-Touren erreichen lassen.

Im Ganzen genommen ist für Bergtouren Februar-März zu spät und ich bedauerte, nicht früher dazugekommen zu sein. Die Kälte ist grösser, wie im Dezember-Januar, der Aufenthalt auf den Spitzen weniger angenehm und es ist Hartschnee außer den paar Mittagsstunden an sehr schönen Tagen. Der „Hoscht“ – wie wir den Hartschnee nennen – ist überhaupt ungeeignet für unsern Sport. Die Schneefläche friert nicht glatt, sondern wellig und bildet kleine Hügelchen, die ein paralleles Halten der Beine fast unmöglich machen. Man muss bergauf und ab schon gute Übung haben, um vorwärts zu kommen; das Fallen ist fast unvermeidlich und dabei zerkratzt man sich die Hände. In das Ideal der Schneebahn wird aber die gefrorene Decke verwandelt, wenn 1-2 cm hoch leichter Schnee darauf fällt. Da kann man sich auf der sanftesten Halde ein Bild einer laufenden Bergfahrt machen.
Mit Recht wird der Schneeschuhsport der Sport aller Sporte genannt. Diese Bedeutung gewinnt derselbe aber erst im Hochgebirge. Das momentane Handeln beim Durcheilen eines ungleichen Terrains übt die Geistesgegenwart in hohem Masse und den Genuss des Zurückschauens auf eine in wenigen Augenblicken zurückgelegte riesige Strecke kennt so weder der Reiter noch Radfahrer. Und nun gar das Springen die Krone des Schneeschuhsports, übertrifft jedes ähnliche Gefühl einer guten sportlichen oder turnerischen Leistung. Hier ist es auch wieder der frühe Winter, der dazu günstig ist, da sich später der Schnee zum Bauen der Absprungstelle nicht mehr eignet und die Aufsprungstelle zu hart ist. Bei Touren im Hochgebirge möchte ich nur Gesellschaft empfehlen. Abgesehen von immer möglichen ernstlichen Unfällen, sind schon all die kleinen Kalamitäten in Gesellschaft vergnüglicher als allein.

Wer je eine Wintertour im Gebirge unternommen hat, weiß die großartige Erhabenheit der Natur um diese Zeit zu schätzen und in dem Schneeschuh ist uns ein Mittel geboten, mit wenig Anstrengung aber sicher großem Vergnügen ein derartiges Unternehmen zu wagen. Wer´s einmal versucht, den lockt es sicher zur ferneren Wiederholung.

Das erste Abfahrtsrennen

"Das erste Abfahrtsrennen"

Der erste „offizielle“ Abfahrtslauf
Das schweizerische Crans Montana feiert diesen Winter 100 Jahre alpiner Abfahrtsskisport. In der Internationalen Skiliteratur wird das Datum 7. Januar 1911 als Geburtsstunde des „klassischen“ alpinen Abfahrtsskisports angesehen. Für dieses Rennen stiftete der vom Wintersport begeisterte General Roberts of Kandahar den Siegerpreis, veranstaltet vom Alpine Ski Club unter der Leitung des britischen Skipionieres  Arnold Lunn. Das Rennen wird wie folgt beschrieben:
„Für das „Downhill Race“ stiegen die Teilnehmer am Vortag von Montana auf die Wildstrubelhütte auf (2.791 m). Mit einem Massenstart startete das Rennen am Folgetag und führte nach einem Aufstieg über die Weisshornlücke (2.852 m), den Gletscher des Plaine Morte und den Rezlipass zurück in den Kurort (ca. Höhe 1.500 m, bedeutet als Differenz ca. 1.352 Höhenmeter). Zwei Flaggen markierte das Ziel, ausser dem Start der einzige Fixpunkt der Strecke. Der Parcours wies zwar noch zwei kurze Aufstiege und eine flache Stelle auf, war aber nach Meinung Arnold Lunns eindeutig „downhill“ und damit wegweisend für die Zukunft. Der Sieger Cecil Hopkins legte die Strecke in 61 Minuten zurück, von 10 Teilnehmer erreichten nur fünf das Ziel“. (Quelle: Max D. Amstutz, Die Anfänge des alpinen Skisports, Zürich 2010, S 62 ff).

Während Crans Montana am 2. und 3. April 2011 hierzu feierliche Aktivitäten plant, bleibt Kitzbühels Anteil an der Entwicklung der alpinen Disziplinen leider im Hintergrund. Denn bereits 5 Jahre vor dieser „offiziellen“ Geburtsstunde fand in Kitzbühel 1906 ein reiner Abfahrtslauf statt, wie folgende Originaldokumente darstellen:

Kitzbüheler Bote, 8. April 1906
„(Vereinsmeisterschafts-Skilauf.) Der Wintersportverein Kitzbühel veranstaltet morgen Sonntag, den 8. ds. Nachmittags 4 Uhr vom Seidlalpkopf einen „Skilauf um die Vereinsmeisterschaft“ und zwar ein Abfahrtsrennen. Ziel bei der Bahnübersetzung in der Hinterbräuau.“

Kitzbüheler Bote, 15. April 1906
„(Der Skiwettlauf) der Mitglieder des hiesigen Wintersport-Vereines konnte am Sonntag, den 8. April, unter günstigen Schneeverhältnissen abgehalten werden. Nachmittags trat leider teilweise regnerisches Wetter ein; daher starteten von den 14 Angemeldeten nur 7 Mitglieder. Sämtliche Teilnehmer erzielten zufriedenstellende Leistungen. Die 3 Kilometer lange Bahn mit 624 Meter Höhendifferenz wurde vom ersten Sieger, Sebastian Monitzer, in 8 Min. 1 Sek. durchfahren. Als zweiter folgte Josef Ritzer mit 8 Min. 16 Sek. Und als dritter Anton Herold mit 9 Min. 41 Sek. Die weiteren vier Teilnehmer langten mit nur wenigen Sekunden Zeitunterschied am Ziele an.“

Mit der angeführten Höhendifferenz und Streckenführung verlief die Strecke fast ident mit den späteren Damenabfahrtsrennen im Rahmen der Hahnenkamm-Rennen der 40iger und 50iger Jahre bzw. dem modernen Super-G heutiger Tage, völlig ohne Flachstücke oder Aufstiege, der Schnellste gewinnt, ein richtiger „downhill only“. Die Siegerzeit von rund 8 Minuten sowie die Streckenlänge mit 3 km ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,5 km/h für diesen ersten Abfahrtslauf (!)

In den Folgejahren wurden weitere solche „reinen“ Abfahrtsrennen durchgeführt. Etwa am 27. Februar 1910, ein Mannschafts-Abfahrtsrennen, welches als erstes vom Hahnenkamm durchgeführt wurde (Höhenunterschied 800 m). Die Siegerzeit für die Mannschaft vom Skiklub Innsbruck betrug 15.55,2 Minuten.

Der Vollständigkeithalber sei festgehalten, dass es die Leistungen des Österreichers Matthias Zdarsky waren, den Torlauf in seinen Grundzügen zu entwickeln, und zwar am 19. März 1905 (Muckenkogel bei Lilienfeld, 489 m Höhendifferenz, 85 Tore) bzw. am 25. März 1906 (Spitzebrand bei Lilienfeld, 175 m Höhendifferenz, 35 Tore). Der in der Internationalen Skigeschichte als „erster Slalom moderner Prägung“ wird Sir Arnold Lunn im schweizerischen Mürren am 6. Jänner 1922 zugschrieben, also mehr als ein Jahrzehnt später.

Die Skigeschichte Kitzbühels bietet weitere Rennen an, die ebenfalls zur Entwicklung der alpinen Skidisziplinen geführt haben. So zum Beispiel fand am 21. Jänner 1906 ein Abfahrtsrennen vom Kitzbüheler Horn statt (300 m Aufstieg, 1.200 Abfahrt !) und einem anschließenden stilgemäßen Skilauf mit Punktewertung. Oder am 17. Feber 1908 fand das erste Rennen des Skiclub of Great Britain in Kitzbühel in Form eines „Combined Curving and Speed Race“ statt. Alles Vorläufer der späteren alpinen Skidisziplinen, aber noch nicht in deren Reinform. Die Durchführung eines ausschließlichen „Abfahrtslaufes“ im modernen Sinn können aber die Kitzbüheler für sich in Anspruch nehmen.

 

Das Großglockner Skirennen

Mit der ersten Durchführung 1935 wurde das Glockner Abfahrtslauf neben dem Lauberhorn-, Hahnenkamm-, Kandahar- und Westenpokal-Rennen aufgezählt. Seit jeher sollten die Rennen, sofern es die Verhältnisse zu ließen, jährlich durchgeführt werden. 

Für den Abfahrtslauf und den Riesenslalom mussten die Skirennläufer auf ihren „Brettln“ die Rennstrecke selbst präparieren. Das bedeutete 1200 Höhenmeter und 3,5 Kilometer bergab und anschließend wieder bergauf. Zwei Stunden dauerte der Aufstieg. Die Ausrüstung dafür mussten die Rennläufer selbst organisieren. Wer Glück hatte, bekam ein paar Ski vom Ausrüster geschenkt. Der erste Versuch ein Rennen am Gloßglockner zu fahren wurde 1932 vom Salzburger Skilehrer Hannes Schroll veranstaltet. Schon in den 1920er und 30er Jahren setzte sich Landeshauptmann Franz Rehrl vermehrt für den Bau der Großgkockner Hochalpenstraße ein. Überliefert sind auch Ideen von dem Kärntner Skipionier Albert Bildstein 1930 ein Skirennen durchzuführen. Bildstein ist auch der Erfinder des nach ihm bekannten Federstrammers für Skibindungen.

Zwischen 1935 und 1949 fanden am Großglockner Internationale Skirennen statt. Das erste Rennen 1935 konnte der Vorarlberger Friedl Pfeifer (SC Arlberg) für sich entscheiden. Bekannt sind auch Rudolf Matt (SC Arlberg) und Eugen Tschurtschenthaler mit den Plätzen zwei und drei.  Aus dem Jahr 1949 ist die Teilnahme von 61 Läufern aus Salzburg, Oberösterreich und Kärnten bekannt. Die Siegeszeit von Hans Senger betrug 2:46,5 Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h entspricht. 8000 Zuschauer schauten sich das hochalpine Skirennen live an. Dem Kitzbüheler Ski Club ist mit Fritz Huber und Hanns Harisch die Teilnahme zweier Clubmitglieder bekannt. Fritz Huber wurde zweiter, Hanns Harisch neunter. Wann die beiden an dem Rennen teilnahmen ist uns leider nicht bekannt. Auch Jahrhundertsportler Toni Sailer startete in den 50er Jahren auf Österreichs höchstem Berg an den Start.

In der Literatur ist die Rede von der schwierigsten Rennstrecke der Welt. Der Streckenverlauf variierte jedoch von Jahr zu Jahr stark. Von der Adlersruhe über das Hofmannkees bis zur Pasterze, das waren die Fixpunkte für den Lauf. Insgesamt gab es fünf Abfahrtsläufe, bevor 1959 die Veranstaltung aufgrund der schlechter werdenden Bedingungen wegen des Gletscherschwunds aufgegeben wurde.

Sollte jemand Informationen oder Fotos zum Großglockner Skirennen haben, würde sich der Kitzbüheler Ski Club über eine Mitteilung an Javascript einschalten um diesen Content zu sehen. freuen.