350 Besucher blickten hinter die Kulissen der Hahnenkamm-Rennen
KSC Sportgeschichte
Vom Siegerbalkon über das technische Herzstück der Hahnenkamm-Rennen bis zur geheimnisvollen Straße der Sieger: Mehr als 350 Besucherinnen und Besucher nutzten am Nationalfeiertag die Gelegenheit, das Zielhaus Red Bull in Kitzbühel zu erkunden. Höhepunkt des Tages der offenen Tür war die feierliche Eröffnung einer Ausstellung mit 156 Pokalen und Medaillen von Skilegende Anderl Molterer.
Bei angenehmem Herbstwetter öffnete der Kitzbüheler Ski Club gemeinsam mit Familie Reisch am 26. Oktober die Türen des Zielhauses der Hahnenkamm-Rennen. Nach dem Starthaus im Vorjahr stand heuer jenes Gebäude im Mittelpunkt, das während der Rennwoche nicht nur technisches Herzstück der Veranstaltung, sondern mit seinem berühmten Siegerbalkon auch Schauplatz großer Emotionen ist.
Mehr als 350 KSC-Mitglieder und Fans der Hahnenkamm-Rennen folgten der Einladung. Bei Führungen mit verdienten Funktionären des Skiclubs erhielten sie Einblicke in Räume, die der Öffentlichkeit normalerweise verschlossen bleiben. Fotos aus der Rennwoche veranschaulichten dabei, wie sich das Zielhaus im Jänner in eine hochmoderne Kommandozentrale verwandelt.
Besonders beeindruckend waren die Erläuterungen zur Zeitnehmung. KSC-Weisenrat Hans Gosch erklärte, wie die Zeiten der Rennläufer heute auf die Hundertstelsekunde genau ermittelt werden. Rund 130 Leitungspaare beziehungsweise 600 Kilometer Kupferkabel verbinden die technischen Einrichtungen zwischen Start und Ziel von Abfahrt und Slalom. Hinzu kommen Lichtwellenleiter in ähnlichem Umfang sowie die Fernsehkabel des ORF. Sämtliche Signale laufen im Technikzentrum des Zielhauses zusammen. Eine kleine Ausstellung zeigte zudem die historische Entwicklung der Zeitmessung.
Auch die emotionalen Seiten der Hahnenkamm-Rennen kamen nicht zu kurz. So durften die Besucher auf jenem Siegerbalkon Platz nehmen, auf dem alljährlich die erfolgreichsten Rennläufer gefeiert werden. Wer wollte, konnte sich sogar selbst auf das Siegerpodest stellen. Vom obersten Bereich des Zielhauses bot sich zudem ein eindrucksvoller Rundumblick über den Kitzbüheler Talkessel.
Eine weitere Besonderheit war die Öffnung der geheimnisvollen „Straße der Sieger“. Der unterirdische Verbindungsgang zwischen Zielhaus und Zielgelände, der 1997 beim Neubau des Zielhauses entstand, führte die Besucher diesmal nicht in den winterlichen Hexenkessel, sondern hinaus auf die noch sommerlich grüne Skiwiese.
156 Erinnerungsstücke einer Skilegende
Den Höhepunkt des Tages bildete die feierliche Präsentation der neuen Pokal- und Medaillenvitrine von Anderl Molterer (1931–2023). Der „Weiße Blitz aus Kitz“ zählt zu den erfolgreichsten österreichischen Skirennläufern der Nachkriegszeit und ist mit neun Siegen bis heute alleiniger Rekordhalter bei den Hahnenkamm-Rennen. Viermal gewann er die Kombination, dreimal den Slalom und zweimal die Abfahrt auf der Streif.
Insgesamt umfasst die sorgfältig inventarisierte Sammlung 156 Pokale und Medaillen. Es war Molterers ausdrücklicher letzter Wille, dass seine sportlichen Erinnerungsstücke durch den KSC der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. KSC-Präsident Michael Huber erinnerte bei der Eröffnung an die außergewöhnliche Karriere der Skilegende und dankte allen, die zur Verwirklichung der Ausstellung beigetragen hatten.
Besonderer Dank galt Molterers Nichte Dorina Zechner, die den Nachlass sorgsam verwahrt und dem KSC übergeben hatte, sowie seiner Stiefnichte Martina Brix und deren Familie, die weitere persönliche Erinnerungsstücke zur Verfügung stellten. Darunter befinden sich auch ein Radio und ein Plattenspieler – Sachpreise aus einer Zeit, in der Rennsiege noch ganz anders belohnt wurden als heute.
Die Räumlichkeiten wurden von der Verlassenschaft Dr. Klaus Reisch zur Verfügung gestellt. Wolfmar Reisch übernahm gemeinsam mit Helena Huber vom KSC-Büro die Planung der Vitrine, Helena Huber zudem die Kuratierung der Sammlung. An der Umsetzung waren die heimischen Betriebe Wohnidee Möbelhaus Fritz Huber, Elektromeister Günther Obermoser und die Glaserei Schenk aus St. Johann beteiligt.
Die neue Molterer-Ausstellung bleibt dauerhaft im Zielhaus und kann künftig während der allgemeinen Öffnungszeiten des Restaurants in der Golf- und Skisaison besichtigt werden.
Der Kitzbüheler Ski Club bedankt sich bei seinen Weisenräten Wilfried Leitzinger, Hans Gosch, Fritz Brunner und Peter Eder sowie beim ehemaligen HKR-Technikleiter Hermann Stanger, die gemeinsam mit Michael und Helena Huber durch das Zielhaus führten. Ein Dank gilt auch dem Team des Restaurants Red Bull für die Bewirtung der zahlreichen Gäste.
Fotos: KSC




