Das Glockner Rennen - die Meisterklasse

KSC Sportgeschichte

Das Glockner Rennen - die Meisterklasse - Das Glockner Rennen - die Meisterklasse -

1930 hatte der Skiponier Albert Bildstein die Idee eines Rennens vom Großglockner und der erste Versuch wurde von Hannes Schroll, einem Skilehrer, im Jahr 1932 gestartet. Damals noch vom Hochtor zur alten Glocknerstraße. Im darauffolgenden Jahr führte die Strecke dann bereits von der Adlersruhe hinunter zur Pasterze, die damals noch 150 m höher war. Es war eine steile Strecke mit 1200 Höhenmetern.

1935, als die Glocknerstraße offiziell eröffnet wurde, wurde das „Internationale Glockner-Skirennen“ neben dem Hahnenkamm-, Lauberhorn-, dem Kandahar- und dem Marmolata-Rennen in den FIS Sportkalender aufgenommen. Zu Pfingsten, am Sonntag, 9. Juni, standen knapp 100 Rennläufer am Start. Auf einer Streckenlänge von rund 3,3 Kilometern wurden fünf Pflichttore gesetzt. Mit einer Laufzeit von 2:51 Minuten siegte der Arlberger Friedl Pfeifer beim ersten Rennen, vor seinem Clubkollegen Rudi Matt, der neun Sekunden hinter ihm blieb.

Allein das Programm war bei diesem beliebten Frühjahrsderby unermesslich anstrengend. Am Samstag fuhren die Teilnehmer zum Franz-Josefs-Haus, anschließend gab es eine Besichtigung der Rennstrecke und am Abend fand das Briefing, mit einer Streckenerklärung und die Ausgabe der Startnummern statt. Am Renntag erfolgte um 4 Uhr der gemeinsame Aufstieg zur Adlersruhe und um 10 Uhr wurde gestartet, um 15 Uhr fand die gemeinsame Abfahrt vom Franz-Josefs-Haus statt. Die Präparierung der Strecke übernahmen die Athleten selbst.

Aufgrund der Veränderungen am Gletscher hielt die Bestzeit nicht lange, da ständig Änderungen an der Strecke (zum Beispiel Startplätze) vorgenommen werden mussten. 1949 schien das Glockner-Rennen das letzte Mal im FIS Kalender auf. Den Sieg feierte Lokalmatador Hans Senger, vor 8000 !! Zuschauern mit einem Streckenrekord von 2:46,5, das entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h! Das Rennen war ein Volksfest. In den 1940er Jahren durften Damen nur als Vorläuferinnen teilnehmen. Sie waren wohl die Testpiloten. Erst 1950 gab es eine Damenkategorie, das erste Damenrennen gewann Annelore Zückert (SC Grödig). Leider sind keine weiteren Ergebnisse bekannt.

Trotzdem wurde das Rennen fortgeführt und die Skielite kam zum Abschluss des Winters zum Rennen. Es wurden bis zu 50 Pflichttore von der Adlersruhe auf 3456 m bis zur Gletschermoräne, der Pasterze, in 2326 m gesetzt.  Insgesamt mussten die Organisatoren immer flexibel handeln. Wenn es die Situation zuließ, ging die Streckenführung von der Adlersruhe zur Pasterze. Wenn ein Abfahrtslauf nicht möglich war, wurde ein Riesenslalom ausgetragen. Bis 1959 wurde das Rennen 16 Mal durchgeführt. Das Rennen war anerkannt, es wurden teilweise sogar Live-Radioreportagen vom Rennen gemacht.

Damals waren die Skispringer hervorragende Skirennläufer, Hubert Hammerschmidt, Bubi Bradl und Willi Gantschnigg starteten ebenso. Peyerl, Gasperl und weitere Pioniere starteten mit dem Thirringmantel bei diesem Extremrennen. „Damit konnten Spalten übersprungen werden,“ so Müller. Beim Rennen haben einige KSC Mitglieder mehrfach teilgenommen: Fritz Huber, Hanns Harisch, Ernst Hinterseer, Hias Leitner, Christian Pravda, Toni Sailer, Thaddäus Schwabl, Leo Gasperl, Fritz Huber sen. Nicht nur das Rennen war spektakulär, auch die Anreise. Es wurde mit dem Motorrad oder Fahrrad angereist, aber auch mit dem Zug. Ein Auto hatte kaum jemand zur Verfügung. Schließlich erfolgte ab Bruck die Auffahrt mit dem Bus bis zum Franz-Josefs-Haus oder Hochtor.

Durch den Rückgang des Gletschers, Pasterze und des Hofmann-Kees, aber auch aus finanziellen Gründen konnten die Rennen nicht weitergeführt werden. Nach der Erschließung des Schareck-Heiligenblut und der Bau einer Liftanlage lebte 1967 und 1968 nochmals ein modifiziertes Rennen auf. Ab 1974 wurde auf der Pasterze ein Langlaufbewerb als Glocknerlauf veranstaltet. Dieser Wettkampf wurde bis Mitte der 80er Jahre durchgeführt.

Die Sieger des internationalen Glockner-Rennens, soweit sie bekannt sind:

1935      Friedl Pfeifer

1946      Friedl Pfeifer (Gamsgrube)

1937      Hubert Hammerschmid

1938      Eberhard Kneisl

1946      Herbert Zitterer

1947      Franz Gabl

1948      Christian Pravda

1949      Hans Senger

1950      Hans Nogler und ex-aequo Egon Schöpf

1951      Christian Pravda

1952      ausgefallen

1953      Christian Pravda

1954      ausgefallen

1955      Toni Sailer

1956      ausgefallen

1957      Karl Schranz

1959      Pepi Stiegler

1967      Heini Messner (Skigebiet schareck-Heiligenblut)

1968      Franz Tritscher (Skigebiet schareck-Heiligenblut)

 

Fritz Huber wurde Zweiter, Hanns Harisch Neunter, Ernst Hinterseer berichtete: „Das habe ich nicht gut in Erinnerung, da bin ich zweimal gestürzt.“ Hias Leitner hat zweimal teilgenommen und erzählte: "Nach dem Rennen bin ich mit Christina Pravda zurückgefahren und dann haben wir noch Fußball gespielt. Wir sind mit dem Motorrad rüber gefahren. Einmal bin ich mit Egon Schöpf und Karl Schranz zum Glockner-Rennen gefahren."

Sollten Mitglieder bzw. Leser Unterlagen über das Glockner-Rennen haben, würden wir uns sehr freuen, wenn wir eine Kopie erhalten. Gerne können wir die Unterlagen im KSC-Büro scannen. Das Original bleibt beim Eigentümer. Wir suchen Texte, Urkunden, Zeitungsausschnitte und Bilder.

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Ansprechperson: Barbara Thaler