Der erste Skispringer mit einer eigenen Hahnenkamm-Gondel
Sprunglauf / Nordische Kombination
Noch ist Stephan Embacher erst 20 und schon trägt eine Hahnenkamm-Gondel seinen Namen. Zusätzlich gab es für den Hopfgartner das KSC-Ehrenzeichen in Gold. Beides gebührt ihm für seine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand und Cortina.
Sein Aufstieg wirkt noch immer märchenhaft: Es war erst am 3. Jänner 2024, als Stephan Embacher im Alter von 17 Jahren am Innsbrucker Bergisel sein Weltcup-Debüt gab. Nur zweieinhalb Jahre später darf sich der Hopfgartner über seine eigene Hahnenkamm-Gondel und das KSC-Ehrenzeichen in Gold freuen – eine Ehre, die exklusiv Mitgliedern des Kitzbüheler Ski Clubs vorbehalten ist, die Weltmeister oder Olympiasieger werden. Und Letzteres gelang Stephan Embacher bei den Olympischen Spielen 2026, als er mit Jan Hörl in Predazzo zur Goldmedaille im Super-Team-Wettbewerb flog.
Als nordischer Sportler eine gewidmete Gondel zu bekommen, die über eine der traditionsreichsten Abfahrtsstrecken der Welt führt, ist kein Novum: Auch Biathletin Lisa Hauser, Langläufer Markus Gandler sowie die beiden Nordischen Kombinierer David Kreiner und Klaus Sulzenbacher haben ihre eigene Hahnenkamm-Gondel. Stephan Embacher ist allerdings der erste reine Skispringer, dem diese Ehre zuteilwird. Der Kitzbüheler David Kreiner ließ sich die Ehrung von Stephan Embacher am Samstag ebenso wenig entgehen wie Gregor Schlierenzauer, seines Zeichens erfolgreichster Skispringer der Weltcup-Geschichte und Embachers Berater.
Durch die sehr persönliche Feier in beinahe schon familiärem Rahmen auf der Terrasse des Starthauses hoch über der Streif führte Michael Huber, Präsident des Kitzbüheler Ski Clubs. Er freute sich nicht nur sichtlich mit Stephan Embacher, sondern auch über die 61. Medaille bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften für KSC-Athleten: „Auch auf den Hahnenkamm-Gondeln sind wir stark vertreten. 16 sind KSC-Sportlern gewidmet“, rechnete Michael Huber vor. In erster Linie tragen die Gondeln freilich die Namen von Hahnenkamm-Siegern auf der Streif oder dem Ganslernhang.
Für Stephan Embacher ist dieser Tag auf der Streif der Abschluss eines einmaligen Jahres: erster Weltcup-Sieg, erstes Olympia-Gold, erste eigene Wohnung und erfolgreicher Schulabschluss. „Dass du deine Schulausbildung abgeschlossen hast, finde ich ganz besonders toll, und das zeichnet dich ebenso aus wie die sportlichen Erfolge“, sagte Anton Bodner, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn Kitzbühel. Er ergänzte: „Herzlichen Glückwunsch, bleib gesund und noch viele weitere Erfolge!“
Stephan Embacher, der unter anderem von Freundin Raphaela und seinen Eltern Britta und Hans-Jürgen begleitet wurde, zeigte sich im Interview gewohnt unaufgeregt, bescheiden und demütig: „Das ist heute eine sehr große Ehre für mich und ich bin sehr dankbar für die Unterstützung durch den Kitzbüheler Ski Club – von Anbeginn an. Es hat mir beim KSC nie an etwas gefehlt. Alles, was ich gebraucht hab, hab ich immer bekommen. Das ist nicht selbstverständlich.“
Oft ist Stephan Embacher mit der Hahnenkammbahn zwar nicht unterwegs, aber als guten Skifahrer würde er sich trotzdem bezeichnen. In der kommenden Saison liegt sein Fokus auf dem Ankommen in einer neuen Umgebung: „Ich bin aus der Schule heraußen und habe jetzt einen völlig neuen Trainingsrhythmus. Es gibt mehr Medieninteresse und – im ersten Jahr nach meiner erfolgreichen Saison – mehr Druck.“ Embacher ist sich sicher, „dass sich jeder erwartet, dass ich meine guten Leistungen bestätige. Aber so einfach, wie es von außen scheint, ist es nicht.“
Was zählt für ihn? „Ich möchte in einer Form sein, in der ich mich über die Sprünge freuen kann und Spaß am Skispringen hab. Dass es im Leben eines Spitzensportlers auch Wellentäler gibt, ist klar.“ Noch hofft er aber selbstverständlich, die Erfolgswelle lange surfen zu können.
Fotos: KSC/David Hofer




