Sohn besucht Legendenpark

Der Sohn von Christian Pravda lebt in den Vereinigten Staaten, jedoch zweimal jährlich besucht er Kitzbühel. Erstmals konnte Christian Pravda jun. den Legendenpark besuchen.

K.S.C. Präsident Michael Huber freute sich, dass er den Sohn von „Christl“ im Legendenpark begrüßen durfte. Mit dabei waren auch Michael Horn (Vorsitzender des Weisenrats) und Franz Pfurtscheller (Weisenrat). Pravda freute sich über die Würdigung seines Vaters außerordentlich. „Gerne erinnern wir uns an Christian und seine Leistungen“, berichtete der K.S.C. Präsident und erinnerte sich „Christian Pravda wurde in Vail (Colorado, USA) in die „Ski-Hall of Fame“ aufgenommen, das zeigt, dass er international verehrt wurde“.

Der erste Abfahrtsweltmeister des Kitzbüheler Ski Clubs (K.S.C.) und Mitglied des Wunderteams.

 „So wie der Pravda“. Diese Worte ersetzen uns ein ganzes Buch voller Skifahrer-Weisheiten, schrieb Toni Sailer in seinem Buch. Verehrt und gefürchtet – Eine ganze Skination blickte auf den Ausnahmesportler. Christian Pravda wurde 1927 in Kufstein geboren, doch kam als Bub nach Kitzbühel. Er, ein leidenschaftlicher Sportler, Hoffnungsträger und Vorbild, lernte Wagner- und Skierzeugungshandwerker. Bereits 1939 gelang ihm im Alter von 12 Jahren dreimal der Sieg bei den Bann-Skimeisterschaften. Darüber hinaus errang er eine Reihe an Siegen in Langlauf- und Sprunglaufwettbewerben, nahm an Golfturnieren teil und spielte Tennis – an Vielfältigkeit kaum zu überbieten. Und diese Vielfältigkeit spiegelt sich auch im Leben des sagenhaften Rennläufers wieder.

Anfang  1940 wurde Christian Pravda Sieger bei den achten Winterkampfspielen in Garmisch-Partenkirchen, Salzburger Meister im Abfahrtslauf und Clubmeister. Er schaffte es beeindruckend schnell an die Spitze der besten Skifahrer Österreichs und fuhr ab Ende der 1940er Jahre für die österreichische Ski-Nationalmannschaft.  Bereits 1947, an seinem 20. Geburtstag, feierte das Talent seinen ersten Hahnenkamm-Kombinationssieg, welchen er in den fünfziger Jahren zweimal wiederholen konnte. Besonders der Sieg 1951 sorgte für Aufsehen. Als Erster schaffte er auf der Streif eine Fahrtzeit von unter drei Minuten und konnte diese im Jahr 1954 nochmals unterbieten. In der Zeit von seinem ersten bis zum letzten Hahnenkammerfolg holte sich Christian Pravda acht österreichische Meistertitel und gewann insgesamt dreimal das Glockenrennen.

Seine wohl größte Niederlage erlitt der Wundersportler bei den Olympischen Winterspielen in St. Moritz (SUI) 1948. Vor dem Wettkampf brach er sich den Fuß, doch der Christian wollte unbedingt an den Start gehen. Er schlug sich den Gips ab, startete und brach sich ein zweites Mal den Knöchel. Für die Abfahrt wurde er erst gar nicht aufgestellt. Sein Traum von Olympia musste zwar warten, doch genau diesen lebensfrohen, optimistischen und willensstarken Mensch schätzen viele Skifreunde an ihm. Auch international brachte er es zu beachtlichen Erfolgen in den USA und Europa.

1950 bei den Weltmeisterschaften in Aspen (USA) belegte er den fünften Rang. Das Skitalent überzeugte weiterhin und bereicherte den Alpinen Skisport mit seiner einzigartigen Technik, dem „Pravda-Slalom-Stil“, das „Wedeln“. 1952 bei den Olympischen Spielen in Oslo (NOR) wurde Christian Pravda Vizeweltmeister und gewann olympisches Silber im Riesenslalom, nur neun Zehntelsekunden hinter Erikson Stein. Dazu kam eine Bronzemedaille in der Abfahrt. Zwei Jahre später bei den Weltmeisterschaften in Aare (SWE) gewann er im Abfahrtslauf die Goldmedaille und konnte sich von nun an Weltmeister nennen. Zudem sicherte er sich die Bronzemedaille in der Kombination. 1954, das wohl erfolgreichste Jahr des Christian Pravda wurde mit Auszeichnungen wie dem „Goldenen Ski“, dem „Diamantenen Hahnenkammabzeichen“, der „Goldene ´Bestmarkennadel“ und dem „Goldenen Ehrenzeichen“ gekrönt. In den 1960ern konnte er drei Siege beim hoch eingeschätzten Harriman-Cup in den USA erzielen und sich als Profi-Skiweltmeister feiern lassen. Seine Erfolge lesen sich leicht, doch Pravdas ärgster Konkurrent kam aus den eigenen Reihen und war kein geringerer als das Team von Fred Rößner. Seinen Traum vom Olympiasieg konnte er sich jedoch nie erfüllen.

Mit Anfang 40 ließ der Ausnahmeathlet zwar den Rennsport sein, doch die Ski schnallte er nicht ab. Zog einige Zeit in die Schwesterstadt von Kitzbühel nach  Sun Valley (USA), arbeitete als Skilehrer und brachte seinen Schülern die tollsten Sprünge bei.  Anfang der 1970er Jahre kehrte er nach Kitzbühel zurück um bei der wohl bekanntesten Skischule Kitzbühles zu arbeiten, Karl Kollers „Rote Teufel“. Seine „Ski-Weisheiten“ gab er dann,  immer für ein Späßchen aufgelegt, an Freizeitskifahrer und Urlauber weiter. Auch die Stars wie US-Präsident Gerald  Ford, die Familie Rockefeller, der Schah von Persien und viele mehr vertrauten ihm auf der Piste.

54 Jahre lang bereicherte Christian Pravda als Mitglied den K.S.C. und war Mitglied des Kitzbüheler Wunderteams, bevor er 1994 am 11. November unerwartet im Alter von 67 Jahren in Kitzbühel starb. 1994 wurde der großartige Skirennläufer in die „SKI-Hall of Fame“, Vail (USA) aufgenommen und seit September 2014 ist er im Legenden Park Kitzbühel verewigt. Am 8. März 2015 wäre er 88 Jahre alt geworden.   

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